„Symbol des Scheiterns“

AfD als Sprachrohr der Atomkraftlobby

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In einem Antrag, den die AFD heute im Plenum einbracht hat, will sie der Kernenergie zur Renaissance verhelfen. Sie fordert, dass NRW seine Forschungskompetenz in diesem Bereich wieder verstärken sollte.

Für die SPD-Fraktion nahm Dietmar Bell Stellung und betonte, dass so die von der Atomkraft ausgehenden Gefahren schlichtweg unverantwortlich bagatellisiert würden. Wer nach Tschernobyl und Fukushima einer Reaktivierung der Kernkraft noch das Wort rede, sei borniert und völlig ahnungslos auch hinsichtlich der Geschichte der Kernkraft in NRW. Der Schnelle Brüter in Kalkar sei wegen massiven Sicherheitsbedenken erst gar nicht ans Netz gegangen und die Reaktoren in Hamm-Üjntrop und Jülich seien wegen schwerwiegender Störfälle Ende der achtziger und Anfang der neunziger stillgelegt worden. Ganz abgesehen von der Problematik der Endlagerung atomarer Brennelemente.

In diesem Zusammenhang zitierte Bell, Johannes Rau, der schon 1986 feststellte, dass eine komplexe Technologie wie die Kernenergie, die Menschen überfordere und die Risiken letztlich nicht verantwortbar seien. Infolge hat NRW unter politischer Führung der SPD umgesteuert in eine Energieversorgung ohne Atomkraft. Die Kernkraft, so Bell, könne als eines der größten technischen Debakel in der Bundesrepublik gelten. Wer etwas anderes behaupte und nun etwa dem Forschungszentrum Jülich empfehle, die Kernenergieforschung wieder aufzunehmen, mache einen gefährlichen Ritt in die wissenschaftspolitische Vergangenheit. Gerade das Forschungszentrum zeige, wie wissenschaftliche Kompetenz sinnvoll zur Überwachung nuklearer Abrüstung eingesetzt werden könne.