„Forschungsaktivitäten an Fachhochschulen verbessern“

Landesregierung bleibt Vorschläge schuldig

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Im Landtag wurde  auf Antrag der SPD-Fraktion über die Rahmenbedingungen für Forschungstätigkeiten an Fachhochschulen debattiert. Zum selben Thema hatten die Landesektorenkonferenz der Fachhochschulen und die Konferenz der Kanzlerinnen und Kanzler der Fachhochschulen NRW in der letzten Woche ein gemeinsames Positionspapier vorgelegt. Dietmar Bell legte dazu im Plenum die Position  für seine Fraktion dar.

„Die hohen Lehrverpflichtungen und die geringe Mitarbeiterausstattung schränken Professorinnen und Professoren an Fachhochschulen in ihrer Forschungstätigkeit ein. Die Fachhochschulen können einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vereinzelt mehr Zeit für Forschungstätigkeiten gewähren, müssen die fehlenden Lehrstunden aber dann auf andere Schultern verteilen. Dies wird auch durch das von der SPD-geführten Vorgängerregierung eingeführte Programm ‚FH Zeit für Forschung‘ ausdrücklich gefördert. Obwohl das Programm hilft, kann es keine nachhaltige und flächendeckende Lösung sein. Anders als Universitäten verfügen Fachhochschulen über keine eigenständige Grundfinanzierung für Forschung und sind damit gänzlich auf die Einwerbung von Drittmitteln angewiesen. Die Landesregierung hat es bei der Überarbeitung des Hochschulgesetzes versäumt, den Fachhochschulen zusätzliche Möglichkeiten an die Hand zu geben, Forschungstätigkeiten flexibler gewähren zu können.“

Auf Antrag der SPD wurden im Wissenschaftsausschuss zusammen mit Sachverständigen aus Fachhochschulbereich konkrete Maßnahmen diskutiert, um die Lehrveranstaltungsstunden für Professorinnen und Professoren an Fachhochschulen zu senken. Die geladenen Sachverständigten bewerteten den Vorstoß der SPD positiv. Trotzdem stimmten die Fraktionen von CDU und FDP dagegen.  In ihrem  Positionspapier fordert die Landesrektorenkonferenz der Fachhochschulen die Erhöhung der Grundfinanzierung für Forschung  auf 12.000 Euro pro Professur zu veranschlagen. Hochgerechnet auf alle 3.000 FH-Professuren entspräche dies einer Gesamtsumme von 36 Millionen Euro pro Jahr. Dieser Forderung schließt sich die SPD an.

Zudem müsse, so die SPD in ihrem Antrag,  die Lehrverpflichtung von FH-Professoren auf 12 Semesterwochenstunden begrenzt werden, damit zeitliche Kapazitäten für die Forschung frei werden. Für die Lehre müssten dann zusätzliche Professoren und Mitarbeiter-Stellen eingerichtet werden.   „Die Landesregierung muss endlich  ihren vollmundigen Ankündigungen aus dem Koalitionsvertrag  Taten folgen lassen und erklären, wie sie die Rahmenbedingungen für Forschungstätigkeiten an den Fachhochschulen zu verbessern gedenkt.“, so Bell.