„Demokratie lebt nicht von einfachen Lösungen“

Das Verhältnis von Kirche und Politik stand gestern Abend im Mittelpunkt der Reihe „Fastenreden“, die alljährlich von der katholischen Kirchengemeinde Herz Jesu in der Zeit vor Ostern veranstaltet wird.

Dietmar Bell ging in seinem Beitrag der Frage nach, wie demokratische Teilhabe neu gestaltet werden kann und welchen Beitrag dazu auch die Kirchen leisten können.

Bell betonte, dass alle gesellschaftlichen Institutionen Menschen ermutigen sollten, sich aktiv in die Gestaltung des Gemeinwesens einzubringen. Dies gelte für Kirchen und Parteien gleichermaßen. Man dürfe aber auch nicht verkennen, dass es bereits in vielen Bereichen ein überaus kreatives zivilgesellschaftliches Engagement gebe. Insbesondere jene Menschen aber, die sich aus vielerlei Gründen ausgeschlossen fühlten, wären nicht immer ohne weiteres erreichbar. Das Unbehagen würde sich dann nicht selten in Unterstützung solcher politischen Kräfte entladen, die suggerierten mit einfachen Lösungen alle Probleme aus der Welt zu schaffen.

Demokratie lebe aber nicht von ‚einfachen Lösungen‘ sondern vom Diskurs, der auch Konflikte und widerstreitende Positionen beinhalte. Es komme darauf an, solche Dialogformen anzubieten, die niedrigschwellig seien und den Menschen die Möglichkeit geben, ihre Anliegen und Problemen unmittelbarer zu äußern. Dazu müssten die Parteien, aber ebenso die Kirchen, ihre bisherigen Angebote zur Mitsprache überdenken und mit Formen direkterer öffentlicher Kommunikation neue Wege gehen.