Bell: „Sie beschädigen das Verhältnis zur Landesrektorenkonferenz“

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Die Umstellung auf die modulare Struktur der Lehramtsstudiengänge stand gestern Abend auf der Agenda des Plenums. Anlass war ein AFD-Antrag, der wieder mal grundsätzlich den Bologna Prozess und die damit einhergehende Neustrukturierung der Studiengänge auf BA/MA-Format in Zweifel zog.

Dietmar Bell nahm dazu als wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Stellung. Er betonte, dass jüngst, nämlich am 18.03, eine Anhörung zum Thema „Bologna“ stattgefunden habe und dort alle anwesenden Vertreter der Hochschulen unisono die sukzessive Umstrukturierung in Richtung der neuen, europaweit vergleichbaren Studiengänge im Grundsatz für sinnvoll erachten. Von daher sei die Kritik der AFD von Hochschulpraktikern bereits deutlich abgewiesen worden. Es sei, so Bell daher vollkommen unverständlich, warum die AFD das Thema im Rahmen der Lehramtsstudiengänge nochmals wieder aufgreife.

Aber aus einem ganz anderen Grund erweise sich der Antrag als geradezu skandalös. Im Text werde ein Zitat des Vorsitzenden der Uni-Landesrektorenkonferenz, Prof. Lambert Koch, verwendet, in dem dieser den epistemischen Eigensinn der Wissenschaft hervorhebe. Dies habe Koch aber originär in einem ganz anderen Zusammenhang formuliert, nämlich in einem Artikel zum Verhältnis von Wissenschaft und gesellschaftlichen Transformationsprozessen. Die AFD versuche hier einen namhaften Wissenschaftler für ihre kruden Thesen zu instrumentalisieren. Namentlich sprach Bell den AFD-Abgeordneten Helmut Seifen an, der auch Vorsitzender des Wissenschaftsausschusses ist. „Sie beschädigen das Verhältnis des Landtags zur Landesrektorenkonferenz. Ich erwarte, dass Sie sich bei Prof. Koch entschuldigen“, so Bell an die Adresse von Seifen. Der Stil der AFD offenbare deren gebrochenes Verhältnis zur Wahrheit. Wenn es genehm ist, würden Fakten verdreht und wie in diesem Fall Zitate missbräuchlich verwendet.